DENOX - Katalysatoren

 

 

 

Keramische Katalysatoren in Nutzfahrzeugen - ein Beitrag zur Stickoxidminderung für das neu Jahrtausend

Grundlagen und Systembeschreibung Teil 1

1. Motivation

Der Dieselmotor ist wegen seiner Wirtschaftlichkeit und seiner Robustheit das bevorzugte Antriebskonzept für den Nutzfahrzeug-Einsatz. Moderne Dieselmotoren besitzen CO- und Kohlenwasserstoff-Emissionen, die deutlich unter den (auch zukünftigen) Grenzwerten liegen. Handlungsbedarf besteht allerdings bei den NOx- und Partikelemissionen, die den Dieselmotor in der Vergangenheit immer wieder in die öffentliche Diskussion gebracht haben. Während die NOx-Emissionen im Abgas von Pkw-Ottomotoren in den vergangenen 10 Jahren bei steigender Laufleistung um nahezu 75% gesenkt werden konnten, sind die aus Nfz-Dieselmotoren emittierten Mengen an NOx unverändert hoch (s. Abb. 1).

Der Unterschied liegt darin begründet, daß beim Pkw mit dem 3-Wege-Katalysator ein Abgasnachbehandlungssystem zur Verfügung steht, das im Laufe der 90 er Jahre nahezu flächendeckend zum Einsatz kam. Für den Dieselmotor war ein vergleichbares System, bedingt durch die besondere Zusammensetzung des Dieselabgases, nicht verfügbar.

Betrachtet man die Schätzungen bis zum Jahr 2010, so wird deutlich, daß auch bei den NOx-Emissionen aus Nfz-Dieselmotoren eine deutliche Reduzierung erwartet wird, obgleich die Laufleistung der Nfz in diesem Zeitraum eher noch zunehmen wird. Diese erwartete Halbierung der NOx-Emissionen hat ihre Ursache in den Grenzwert-Vorgaben, die in den zukünftigen Schritten der europäischen Gesetzgebung, EURO 3, 4 und 5 vorgesehen sind. Die geplanten Grenzwerte sind in der Tabelle 1 zusammengefaßt.

Ab 2005 ist auch die Anwendung von On-Board-Diagnose-Systemen (OBD; Überprüfung der Funktionstauglichkeit des Abgasnachbehandlungssystems während des Betriebs im Fahrzeug) für die schweren Nutzfahrzeuge zwingend vorgeschrieben [2]. Geichzeitig ist die Funktionalität der Abgasreinigungsanlage über die Fahrzeugnutzungsdauer nachzuweisen. Für schwere Nutzfahrzeuge werden vom Gesetzgeber 500 000 km oder fünf Jahre angesetzt.

Die Anpassung der Motor-Emissonen an die zukünftig geforderten Grenzwerte allein durch innermotorische Maßnahmen wird durch eine grundsätzliche Schwierigkeit belastet, die im sogenannten "Diesel-Dilemma" zum Ausdruck kommt (s. Abb. 2), d.h. es besteht ein Zielkonflikt zwischen Stickoxid-Emission, Partikel-Emission und Kraftstoffverbrauch, der physikalisch nicht zu lösen ist. Eine Zunahme des Kraftstoffverbrauchs bei zukünftigen Motoren ist jedoch aus wirtschaftlichen Gründen auf keinen Fall akzeptabel.

Die Grenzwertvorschläge für EURO 4 bzw. 5, insbesondere die NOx-Werte von 2.0 g/kWh im ESC- und ETC-Test, sind sehr wahrscheinlich durch innermotorische Maßnahmen nicht erreichbar und es wird, das ist auch erklärter Wille des Europäischen Ministerrates, je nach Entscheidung des EU-Parlaments 2005 oder 2008 zusätzlich zu einem Partikelminderungsverfahren ein Entstickungssystem als Abgasnachbehandlungseinrichtung eingesetzt werden müssen. Der Einsatz eines solchen Verfahrens bietet den Motorenentwicklern die Möglichkeit, den o.g. Zielkonflikt zu entkoppeln und verbrauchsoptimierte Motoren mit deutlich geringeren Partikelemissionen zu entwickeln.

 

2. Das SCR-Verfahren zur Abgasnachbehandlung beim Nfz

Das vielversprechendste Konzept zur NOx-Minderung bei Nutzfahrzeugen ist das SCR-Verfahren. Es basiert auf der selektiven katalytischen Reduktion der Stickoxide (NO und NO2) mit Ammoniak als Reduktionsmittel, das ins Abgas eingebracht werden muß (vgl. Abb. 3).

Die im SINOx-Filtersystem verwendete wäßrige Harnstofflösung hat sich während der bisherigen Fahrversuche, die zusammen mit den Fahrzeugherstellern und den Fahrzeugbetreibern (verschiedene Spediteure) durchgeführt werden, hinsichtlich der Systemfunktion und des Handlings bewährt. Eine detaillierte Beschreibung der verschiedenen Reduktionsmittelkonzepte ist in [3] gegeben.

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03. Juli 2003

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