3.2.1 Katalysator
Die Festlegung des Katalysatortyps für den Einsatz
im Nfz erfolgt entsprechend den Randbedingungen, bei denen
das Gesamtsystem aus Motor und Abgasnachbe-handlungseinrichtung
die beste Performance zeigt. Wesentliche Parameter sind dabei
der geforderte NOx-Umsatz, der Abgastemperaturbereich und
der zulässige Abgasgegendruck. Auf der Basis dieser Parameter
wird die Katalysatorrezeptur und die optimale Zelldichte des
Katalysators festgelegt, woraus sich die Auswahl des Katalysatortyps
ergibt.
Beim SINOx-Katalysator für Nfz-Anwendungen handelt
es sich um einen keramischen Vollkatalysator auf TiO2-Basis
mit V2O5-Dotierung. Dieses Katalysator-prinzip
hat sich bei der Entstickung von Rauchgasen in Kraftwerken
über mehr als 15 Jahre bewährt. Um diesen Katalysatortyp allerdings
für den Nfz-Einsatz zu ertüchtigen, mußten sowohl die geometrischen
Eigenschaften als auch die Kataly-satorrezeptur den besonderen
Bedingungen angepaßt werden. Besonders zu erwähnen sind hier
der begrenzte Bauraum sowie die hochdynamischen Betriebs-bedingungen
hinsichtlich der Abgaszusammensetzung und der Temperatur.
Die Geometrie des Katalysators wurde dahingehend verändert,
daß über die Erhöhung der Zelldichte eine wesentlich größere
Katalysatoroberfläche pro Volumeneinheit (AP-Wert) zur Verfügung
steht (s. Abb. 5).
Auf dem Weg zur Serienreife wurde im Zuge der Anpassung
des Katalysators an die geforderte Kompaktbauweise die Zelldichte
von zunächst 100 cpsi bei der ersten Generation auf 200 cpsi
bei der aktuellen Generation erhöht und ein Potential für
eine deutliche Verkleinerung des Systemvolumens geschaffen.
Zusätzlich konnte die Aktivität weiter gesteigert werden,
so daß bei der aktuellen SINOx-Generation mit einem Katalysatorvolumen
von 30 Litern ein Basisumsatz von 70% im ESC-Test an einem
400 PS-Nfz-Motor erreicht werden kann. Als Ergebnis dieser
Entwicklung stellt die neue Generation des SINOx-Katalysators
ein den aktuellen Einbauverhältnissen angepaßtes Katalysatorvolumen
dar.
Das Potential für eine weitere Erhöhung der Zelldichte
und somit eine noch größere Katalysatoroberfläche pro Volumeneinheit
ist jedoch auch beim SINOx-Vollkataly-sator nicht ausgeschöpft
(vgl. Abb. 6). Allerdings muß für zukünftige Anwendungen mit
potentiell höheren Zelldichten immer ein ausgewogenes Verhältnis
von NOx-Umsatz und Abgasgegendruck gefunden werden.
Beschichtete Katalysatoren auf TiO2/V2O5-Basis,
mit denen sich prinzipiell höhere Zelldichten realisieren
lassen, die aber immer ein gewisses Volumen an katalytisch
inaktivem Material enthalten, nämlich den Träger selbst (vgl.
Abb. 7), werden in ihrem AP-Wert (Katalysatoroberfläche /
Volumeneinheit) dadurch begrenzt, daß die SCR-Aktivität, vor
allem im unteren Temperaturbereich, mit der Beschichtungsdicke
der aktiven Schicht korreliert (s. Abb. 8).
Trägerkatalysatoren auf TiO2/V2O5-Basis
benötigen für den unteren Temperatur-bereich (< 300°C)
also eine Mindestschichtdicke, wenn bei identischer Zelldichte
ein dem Vollkatalysator vergleichbarer Umsatz erzielt werden
soll. Umgekehrt bedeutet dies, daß die Erhöhung der Zelldichte
und des AP-Wertes unter Beibehaltung eines möglichst hohen
"Freien Querschnitts" (Anteil der offenen Fläche
der Anströmseite des Katalysators) und somit eines geringen
Abgasgegendruckes nur durch Verringerung der aktiven Schichtdicke
erzielt werden kann. Das wiederum führt zu Umsatzverlust im
unteren Temperaturbereich.
Es muß folglich auch beim Trägerkatalysator eine auf
den Einsatzbereich abgestimmte Katalysatorzelldichte gewählt
werden, die vor allem den in einem bestimmten Temperaturbereich
benötigten Umsatz und den erlaubten Abgasgegen-druck berücksichtigt. |