Innovationen
groß geschrieben - Klein, aber fein:
VOGT Ceramic Components
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"Wir
entwickeln Funktionslösungen in keramikgerechter Ausführung
zusammen mit unseren Kunden und konzentrieren uns in der Ingenieurkeramik
auf High-Tech-Anwendungen," umschreibt Wolf-Dietrich
Vogt die Schwerpunkte für sein Unternehmen. Innovationen sind
seine Stärken, und häufig bietet er mit seinen Spezialitäten
wie Fassungen für Operationsleuchten eine elegante Problemlösung
an.
1981 hatte sich Wolf-Dietrich Vogt selbstständig gemacht und
ein Unternehmen für Industriekeramik gegründet. Unterstützt
wird er durch seinen Sohn Gerald. Heute beschäftigt die VOGT
GmbH in Henfenfeld bei Hersbruck östlich von Nürnberg 35 Mitarbeiter.
Wie kommt er nach Henfenfeld? Ganz einfach: er konnte dort
seinerzeit günstig ein Grundstück erstehen und hat dann seinen
Betrieb kontinuierlich erweitert. Erst jüngst hat er 1.500
Quadratmeter dazugekauft. Ein weiteres Betriebsgebäude mit
1.300 m² Fertigungsfläche steht schon darauf und wird in kürze
bezogen. |
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Sechzigjährige Vollbluttechniker ist von der außerordentlichen
Anwendungsbreite des Werkstoffs Keramik überzeugt. Seine Spezialitäten
sind Teile für die Lichttechnik (30 Prozent des Umsatzes)
und für die Autoelektrik (20 Prozent). Der Rest verteilt sich
auf viele andere Anwendungsfelder, zum Beispiel das der dissipativen
Keramik, d.h. Aluminium- und Zirkonoxid mit einstellbaren
definierten Widerstandswerten bis zu 100 Mega-Ohm. Neben dem
klassischen Steatit kommt mehr und mehr Oxidkeramik zum Einsatz,
die besonders für Teile mit sehr hoher Anforderungen geeignet
ist. Präzisionsteile für Pinzetten, die in der Chipherstellung
eingesetzt werden, gehören zu den neueren Konstruktionen.
Sie vereinen Verschleißfestigkeit und definierte Leitfähigkeit
und verhindern mit letzterer im Produktionsprozess des Anwenders
statische Aufladungen, die zu Ausschuss führen können.
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"Mein
Hauptmotiv für den Weg in die Selbständigkeit war es, eigene
Ideen zu verwirklichen", sagt er und fährt fort: "Dafür
ist die Industriekeramik ein idealer Tummelplatz. Dort sind
fast in atemberaubenden Tempo neue Ideen und Lösungen gefragt.
Wir ziehen da voll mit." |
Meist
kommen die Anstöße für Neuentwicklungen von den Kunden. Der
nächste Schritt ist dann, eine Spezialität bei Vogt, die Wertanalyse.
Konstrukteure, Fertigungsleiter und Einkäufer setzen sich
mit den Spezialisten von Vogt zusammen und überlegen gemeinsam
Konstruktion und Produktion des neuen Teils. In einer Gesamtbetrachtung
wird nicht nur das neue keramische Teil fixiert, sondern es
fließen alle Kosten für die komplette neue technische Lösung
ein, und ein Projekt kommt so schnell voran.
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"Nur
im rechtzeitigen Gespräch des Kunden mit dem Keramikhersteller
lassen sich die Weichen für eine kostengünstige Lösung stellen.
Das wird heute vielfach noch übersehen," betont Vogt.
Konstrukteure sollten die Kapazitäten und das Können der Zulieferer
nutzen. Aber Vogt gibt sich optimistisch: "Die neue Denke
setzt sich immer mehr durch." Schließlich werden durch
ein keramikgerechtes Gestalten kostenverursachende Nachbearbeitungsvorgänge
vermieden, Abläufe verkürzt und überflüssige Arbeitsgänge
fallen fort.
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Mit
etlichen Spezialitäten hat sich Vogt in der Branche einen
Namen gemacht. "In der Licht- und Montagetechnik",
sagt er mit ein wenig Stolz, sind wir führend bei der Konfektionierung
von Teilen aus Keramik- und Metall. In einem Bauteil, das zur Füllstandsanzeige
in einem Silo dient, haben wir zum Beispiel einen Magneten
mit eingeklebt, ihn gepolt, und das Teil halbseitig rot glasiert."
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| Er
zeigt eine neu entwickelte Fassung (siehe Bild) für Operationsleuchten
aus Keramik. Bei der Aufgabenstellung waren ein integrierter
Berührungsschutz und gleichzeitig Kosteneinsparung gefordert.
Diese Forderungen konnten voll erfüllt werden, da außer einem
teueren Zinkdruckguss-Trägerteil und einem komplizierten Edelstahlteil
auch der komplette Erdungsanschluss eingespart werden konnte.
Die Zahl von vorher 21 Bauteilen wurde bei der neuen Konstruktion
auf 14 Teile verringert und damit werden auch die Montagekosten
gesenkt.
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| Eine
neu entwickelte Fassung für eine OP-Leuchte mit zwei Halogenlampen
(die eine wird automatisch eingeschaltet, wenn die andere
defekt wird) ist ein weiteres schönes Beispiel für die fortschrittliche
Modultechnik. "Gerade verfolge ich in dem für uns neuen
Gebiet der Medizintechnik das Projekt eines keramischen Teils
mit einem Loch, durch das eine Sonde für Kopfuntersuchungen
durchgeführt werden soll. Da werden wir dran bleiben,"
berichtet Vogt. "Mit Keramikspitzen zum Justieren des
Kopfes bei Operationen und Teilen für ein Kunstherz zeichnen
sich weitere mögliche Einsatzgebiete ab. Täglich erreichen
uns neue Anfragen. Man brauche fast nichts anderes zu machen,
als den vielen Anregungen von Interessenten allein aus dieser
Ecke zu verfolgen", sagt er.

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| VOGT
Ceramic Components hat für einen Extruder einen s.g. Keramikrippenstein
(Heizträger mit Kühlrippen) neu entwickelt. Damit ist es gelungen,
eine Heiz-/Kühlkombination zu konzipieren, deren anwendungstechnische
Vorteile alle herkömmlichen Systeme in den Schatten stellt.
Mit dem Profil lässt sich beim Anblasen durch die vergrößerte
Oberfläche der angeformten Rippen im Zusammenwirken mit der
guten Wärmeleitfähigkeit der verwendeten Keramik eine intensive
Kühlwirkung erzeugen. Obendrein sind die Wärmeverluste bei
abgeschaltetem Kühlgebläse gering. Die Folge: verringerte
Energieverluste beim Anheizen des Extruders. Und noch ein
weiterer Vorteil sticht: der einfache Aufbau und die hohe
Bruchfestigkeit der Spezialkeramik erlauben große Spannkräfte
und damit eine insgesamt robustere Konstruktion des Extruders.
Ferner wird durch den Verzicht auf Aluminium-, Messing- oder
Kupferbauteile ein Oxidieren oder Verzundern bei hohen Temperaturen
vermieden.
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| Pulverspritzdüsen
und Prallteller zum Beschichten von Blechen, Düsenteile aus
Zirkon-/Aluminiumoxid mit Löchern im Durchmesser von 0,2 Millimeter
für den Anlagen- und Automobilbau für Drücke bis 3000 bar
stellen enorme Anforderungen an das Bauteil.
Keramik erfüllt sie.
Das gilt auch für keramische Werkzeugträger für Sensoren und
Reglerteile, wo Metall bei Arbeitstemperaturen von 850°C versagen
würde. Und noch ein Spitzenprodukt kann Vogt präsentieren:
Für einen Druckerhersteller hat er ein einem Minikamm ähnliches
poliertesTeil entwickelt. Das hoch beanspruchte Druckerbauteil
widersteht dem aggressiven Papier, bietet eine hervorragende
Gleitfähigkeit und besticht durch extrem hohe Standzeiten.
Und noch eine Besonderheit: die Halterung des Bauteils aus
Kunststoff wird direkt angespritzt.
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Keramik
zeichnet sich zwar durch hohe mechanische Härte, verschwindend
geringen Verschleiß und viele andere Vorteile aus, aber wie
sieht es mit der Sprödigkeit aus? Vogt sagt dazu. "Mit
Keramik werden als Sammelbegriff viele Werkstoffe beschrieben.
Diese haben jeweils bei einem bestimmten Anwendungsfall die
individuell richtige Eigenschaftskombination Wenn es um Stoßfestigkeit
geht setzen wir Zirkonoxid ein. (Die Biegefestigkeit ist hier
bis zu viermal höher als bei Aluminiumoxid und 8-mal höher
als bei Steatit). Wir haben Uhrengehäuse und Glieder eines
Uhrenarmbandes entwickelt. Die können auf Betonboden fallen
und gehen nicht kaputt. Der Werkstoff zeigt zudem neben einer
geringen Sprödigkeit eine gegenüber Aluminiumoxid dreimal
höhere mechanische Festigkeit und bringt damit praktisch schon
stahlähnliche Eigenschaften mit."
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| Wo
führt der Weg bei den Werkstoffen hin? Vogt fasst zusammen.
"Der Trend geht mehr und mehr in Richtung Hochleistungskeramik.
Die Anwendungsgebiete für Keramik nehmen vor allem im Maschinen-
und Gerätebau sowie der Sensortechnik zu, weil konventionelle
Werkstoffe ein eingeschränktes Eigenschaftsspektrum haben.
Die technischen Anforderungen werden immer höher und die Eigenschaften
der Keramik werden immer besser. Die Erschließung neuer Anwendungsfelder
geht in Riesenschritten voran." |
| Kein
Wunder, dass sich bei einer derartigen Flexibilität, Anpassungsfähigkeit
und einem so hohen Innovationspotenzial dieses Spezialanbieters
der Umsatz stürmisch entwickelt. Im Jahr 2000 erzielte die
Firma einen Zuwachs von über 20 Prozent. Im ersten Halbjahr
dieses Jahres setzten die Henfenfelder Spezialisten auf das
hohe Vorjahresniveau noch mal annähernd zehn Prozent drauf.
"Wir könnten noch höhere Raten erreichen, wenn wir das
Personal dafür hätten. Facharbeiter sind in der Region praktisch
nicht zu bekommen." |
| Veröffentlicht
von Konstruktionspraxis 3.2002 |
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03. Juli 2003
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